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Typo3 in Version 4.4 PDF Drucken E-Mail
Bereich: CMS/LMS; Erstellt: Freitag, 16. Juli 2010; 1191 mal gelesen

Das beliebte CMS Typo3 wird für viele professionelle Webseiten eingesetzt: Es bietet hohe Sicherheit und ausreichend Flexibilität, um auch komplizierte Layouts damit in die Realität umzusetzen. Mit Version 4.4 wird es nun auch für Einsteiger leichter bedienbar.

Typo3 Version 4.4 - Den neuen Installationsassistenten erreichen Nutzer über den
Hauptordner des CMS

Die Webseiten der Volkswagen Investor Relations, von MGM Home Entertainment in den Niederlanden und ThyssenKrupp Automotive haben eines gemeinsam: Alle basieren auf Typo3, einem beliebtem freien Content Management System. Seit Jahren ist Typo3 der Stolz der Open-Source-Szene und behauptet sich wacker gegen kommerzielle Lösungen wie zum Beispiel das RedDot CMS. Typo3 ist sehr flexibel und kann auch riesige Nachrichtenseiten noch mit passabler Geschwindigkeit verarbeiten.

Dabei ist Typo3 nicht unbedingt leicht zu erlernen: Die vielen Funktionen sind für Einsteiger ein Problem, da sie oft nicht jedes Detail sofort verstehen. Auch HTML 5 wurde bisher nicht vom Backend abgedeckt, einige andere Unzulänglichkeiten störten ebenfalls. Mit der jüngsten Ausgabe Typo3 Version 4.4, die am 28.06. freigegeben wurde, sollen sowohl Einsteiger als professionelle Nutzer wieder mehr Freude am CMS Typo3 finden. 

Download und Installation
Wie gewohnt kann Typo3 ohne jede Lizenzkosten heruntergeladen werden: Der Download von Version 4.4 ist mit 39 Megabyte fast so groß wie der Vorgänger. Die ZIP-Datei muss lediglich in ein Verzeichnis auf dem Webserver entpackt werden, bevor die eigentliche Konfiguration beginnen kann. Für Linux-Systeme gibt es derzeit nur RPM- beziehungsweise DEB-Pakete der Version 4.3 - hier dürften in den nächsten Wochen Aktualisierungen erscheinen.

Typo3 4.4 läuft auf allen Webservern mit PHP 5.2.x und 5.3.x sowie MySQL 5.0 oder neuer. Zur Installation sollte der neue 1-2-3-Assistent aufgerufen werden: Anwender erreichen ihn über den Hauptordner des CMS, der einfach im Browser aufgerufen wird. Typo3 zeigt dem Nutzer eine schön gestaltete Seite, auf der auch ein Button zum Überspringen vorhanden ist - damit können erfahrene Anwender den Assistenten überspringen um das CMS manuell zu konfigurieren. Das ist aber deutlich schwieriger als mit dem Assistenten. 

Einrichten: Der 1-2-3-Assistent
Im ersten und zweiten Schritt fragt Typo3 die Zugangsdaten zur MySQL Datenbank und den gewünschten Namen der Datenbank ab - es kann auch eine bestehende Typo3-Datenbank als Basis für die Installation ausgewählt werden, empfohlen ist aber die Neuinstallation. Im dritten Schritt fragt der Assistent, ob eine Demoseite mit Layout und ersten Inhalten in Typo3 angelegt werden soll oder eine jungfräuliche Installation gewünscht ist.

Typo3 4.4 im Test

Die Demoseite ist für Einsteiger in jedem Fall empfehlenswert, da sie damit viel über Typo3 lernen können. Im letzten Schritt stellt der Assistent die gewünschte Konfiguration ein und setzt die neue Seite auf - das kann auch bei schnellen Servern einige Minuten dauern. Um die Installation vollständig abzuschließen, geben Nutzer noch ein Passwort für den Admin-Bereich ein und wählen eine Basisfarbe für die Demoseite. 

Backend nutzt Ajax-Bausteine
Gleich auf den ersten Blick fällt auf, dass der Admin-Bereich von Typo3 deutlich schneller als beim Vorgänger Typo3 4.3 reagiert. Das liegt daran, dass die Entwickler konsequent auf Ajax-Bausteine gesetzt haben: Wird im linken Bereich ein Knopf angeklickt, lädt Typo3 4.4 nur die benötigen Seiteinhalte für den rechten Bereich. Die übliche Zweiteilung wurde auch in der neuen Version beibehalten, die Navigation ist fest am linken Rand angeordnet. Eigentlich war für Version 4.4 geplant, dass sich auch die Navigation selbst per Ajax an die Vorgaben des Nutzers anpassen lässt - die Entwickler haben diese Funktion jetzt aber das nächste Release aufgehoben, da das nicht absolut notwendig für das CMS ist. 

Das Backend verwendet jetzt sogenannte Sprites für die Bilder - damit sollen viele Zugriffe auf den Webserver entfallen, wenn der Admin-Bereich benutzt wird. Die Typo3-Entwickler nahmen aber noch mehr Optimierungen vor: Der CSS- und JavaScript-Quellcode wurde zu großen Teilen neu geschrieben und umorganisiert. Damit auch hier Anfragen an den Webserver entfallen, fasst Typo3 4.4 verteilte CSS- und Skriptdateien zu einer einzigen zusammen und komprimiert diese für den Anwender. 

Überarbeitet: Editor für Inhalte
Sobald eine Seite bearbeitet wird, kann der Anwender im CMS Typo3 den Typ des Inhalts auswählen - das System verarbeitet Textbausteine, einen Satz von Bildern, Flash-Medien oder viele andere Dinge. Für Texte arbeitet der WYSIWYG-Editor namens htmlArea jetzt noch schneller, da er komplett auf dem JavaScript-Framework ExtJS basiert. Der Rich-Text-Editor zeigt stets den HTML-Pfad zum aktuellen Element an - das ist nützlich, wenn Skripte in die Seite eingebaut wurden.

Der neue Editor unterstützt sogar den HTML5-Webstandard, der als Nachfolger von HTML 4.01 und XHTML immer mehr an Bedeutung gewinnt. Einmal aktiviert erstellt der WYSIWYG-Editor reibungslos Texte nach dem neuen Schema. 

Suche und neues Task Center
Im Hintergrund hat sich an Typo3 noch einiges getan: Wichtige Bereiche der Suche wurden neu geschrieben, sodass das Indexieren großer Webseiten jetzt schneller voran geht. Auch die Suche selbst arbeitete im Test etwas schneller und zuverlässiger. Neu gestaltet wurde auch das sogenannte Task Center, über welches Nutzer ihre Aktionen organisieren können. Das Backend und auch die Schnittstelle zum Task Center wurden nach Angaben der Entwickler komplett überarbeitet, damit dieser einfacher mit dritten Tools zusammenspielt. 

Entfernt wurden aus Typo3 4.4 einige grundlegenden Layouts - unter anderem die statischen Vorlagen Glueck, Green, Candidate und andere. Diese waren seit Typo3 3.5 im Lieferumfang dabei, wurden jetzt aber in die separate Extension (statictemplate) ausgegliedert. Das dürfte beim Update alter Typo3-Installationen eine kleine Schwierigkeit darstellen, da die Erweiterung erst über das Installationsmodul manuell konfiguriert werden muss.

Ersatzlos gestrichen ist der Admin-Bereich (Extension backend_old) der alten 3er-Serie, da dieser schon lange Zeit nicht mehr ordnungsgemäß funktionierte. 

Schatten der nächsten Version
Das nächste Major Release Typo3 5.0 wirft schon auf die aktuelle Version seinen Schatten voraus: Teile aus dem neuen CMS-Quellcode wurden auf Typo3 4.4 zurückportiert. Wichtig ist das vor allem beim Phoenix Cache, der die Systemlast einer Typo3-Installation deutlich verringern soll. Der Phoenix Cache ist ein Bestandteil von Typo3 4.4, sodass Nutzer schon jetzt in den Genuss des schnellen Zwischenspeichers kommen.

Wer noch mehr von Typo3 5.5 testen möchte, kann sich die erste Vorabversion ansehen. Das Sprint Release 1 steht seit einiger Zeit bereit, Sprint Release 2 soll am 09.07.2010 erscheinen. 

Fazit
Da die Unterstützung für Typo3 4.3 bereits Ende Mai 2011 ausläuft, sollten alle Anwender möglichst schnell auf die neue Version wechseln. Mit dem optimierten Ajax-Backend und neuen WYSIWYG-Editor setzt Typo3 wieder Maßstäbe als bestes Open Source CMS. Der neue Installationsassistent sorgt dafür, dass auch Einsteiger eine lauffähige Seite in Typo3 erstellen können. Für Ende 2010 ist noch die Ausgabe 4.5 vorgesehen, bevor gegen Mitte 2011 die großen Änderungen mit Typo3 in Version 5.0 kommen. 

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